Das ist unser Auftrag – unsere Mission

Wie lautet unser Auftrag und was hat das mit einer Mission zu tun? Was ist eine Mission? Warum brauchen Pfadfinderinnen und Pfadfinder Österreichs diese überhaupt? Wie ist die Mission entstanden und was bedeutet das eigentlich genau? Hier findest du Antworten auf diese vielen Fragen.

 

Was ist eine Mission?

Eine Mission baut auf den Werten einer Bewegung auf. Sie beschreibt den Zweck einer Bewegung bzw. ihren Auftrag. Aus Sicht der PPÖ beantwortet sie folgende Fragen: Welchen Auftrag haben die PPÖ, für wen sind sie da und wie erfüllen sie ihre Funktion? Oder anders gesagt: WAS tun wir, WARUM machen wir das, und WIE erreichen wir es.

 

„Unser Auftrag“

Wir fördern die ganzheitliche Entwicklung von jungen Menschen zu eigenverantwortlichen Persönlichkeiten durch ein Wertesystem, das auf Gesetz und Versprechen der Pfadfinder und Pfadfinderinnen Österreichs aufbaut.

Wir helfen mit, eine bessere Welt zu schaffen, in der Menschen ihr Potenzial entfalten und sich aus ihrem Glauben in der Gesellschaft engagieren.

Das erreichen wir, indem wir die PfadfinderInnenmethode anwenden, bei der jede und jeder Einzelne Verantwortung für die eigene Entwicklung zu einer engagierten, hilfsbereiten, selbstständigen und verantwortungsvollen Person übernimmt.

 

Warum brauchen wir eine Mission?

Für die Vision müssen wir den Zweck unserer Organisation, unsere Aufgaben formulieren – also unsere Mission.
Um das pädagogische Konzept neu zu strukturieren und zu überarbeiten, müssen wir den Gesamtrahmen der Pädagogik abstecken können. Daher müssen wir unseren Auftrag inhaltlich vervollständigen.
Die Weltverbände haben seit Langem eine Mission. Diese sind zentrale Ausgangspunkte für weiterführende Richtlinien, wie beispielsweise in der Pädagogik die World Scout Youth Programme Policy von WOSM oder der Policy on the Education of Girls and Young Women von WAGGGS.
Wie ist unsere Mission entstanden?

Der Bundesrat ist übereingekommen, dass wir für unsere Mission nichts neu erfinden müssen, die Weltverbände geben uns dafür eine gute Grundlage. Wie können Inhalte übernehmen wie sie sind – wir müssen sie nur sauber übersetzen. Sowohl die jeweilige Mission von WOSM und WAGGGS, als auch der Inhalt unseres bisherigen PPÖ harmonieren miteinander, es ergeben sich keine Widersprüche. Daher war auch keine inhaltliche Diskussion nötig, der Anspruch an das Ergebnis war eine klare, präzise und in Bezug auf die nötigen Inhalte vollständige Formulierung.

 

Erläuterung des Mission-Statements:
Unser Auftrag – die Mission

Die Formulierung unserer Mission basiert auf den Fundamenten unserer Bewegung (Definition, Zweck, Grundsätze und Methoden), die im Wesen der beiden Weltverbände WOSM und WAGGGS beschrieben sind. Die Mission sollen diese zeitlosen, abstrakten Grundpfeiler in eine zeitgemäße Formulierung übersetzen. Sie ermöglicht es unserer Bewegung, sich mit ihrer besonderen Rolle und Funktion in unserer heutigen Welt zu positionieren und besser auf die Bedürfnisse und Erwartungen junger Menschen einzugehen. Unsere Mission soll uns die Richtung geben, in die wir gehen, und eine vereinende und motivierende Funktion erfüllen. Sie beschreibt den Kern dessen, WAS wir tun und für wen, WARUM wir es tun und WIE wir es tun.

 

Wir fördern die ganzheitliche Entwicklung von jungen Menschen…

Bildung ist ein lebenslanger Prozess, der dabei hilft, das Potenzial jedes Menschen im Laufe des eigenen Lebens zu entfalten. Als Pfadfinder und Pfadfinderinnen leisten wir einen wesentlichen Beitrag zur Bildung von jungen Menschen durch unser zielgerichtetes und attraktives Kinder- und Jugendprogramm.

Wir arbeiten dabei ganzheitlich mit einem über die Themen unserer acht Schwerpunkte ausgewogenem Programm. Wir arbeiten ganzheitlich in den Methoden mit allen Sinnen und dem Verstand („Herz, Hirn und Hand“). Und wir sprechen ganzheitlich alle Dimensionen der Persönlichkeit eines Menschen an, und ermöglichen so den Kindern und Jugendlichen ihr volles physisches, intellektuelles, emotionales, soziales und spirituelles Potenzial, das heißt ihren Charakter, zu entfalten. Wir verwenden die PfadfinderInnenmethode, bei der jede und jeder Einzelne die Verantwortung für die eigene Entwicklung übernimmt. Dadurch beteiligen wir Kinder und Jugendliche umfassend an ihrer eigenen Bildung. Unser non-formales Bildungsangebot soll die formale Schulbildung und die informelle Bildung durch Familie, Freunde und Freundinnen oder Medien ergänzen.

 

…zu eigenverantwortlichen Persönlichkeiten…

Baden-Powell hätte das beschrieben als „glückliche, aktive und wertvolle Mitbürger und Mitbürgerinnen – Persönlichkeiten mit Charakter zu sein“. Es bedeutet, in der Lage zu sein, eigene Entscheidungen zu treffen und das eigene Leben zu meistern, aber auch, mich aktiv um andere zu sorgen und zu kümmern. Darüber hinaus kann ich die Konsequenzen meiner Entscheidungen einschätzen, Vereinbarungen einhalten und Verpflichtungen, die ich übernommen habe. Und schließlich bemühe ich mich nach meinen Werten zu leben und für Dinge und Ideale einzustehen, die ich für wichtig halte. Als bewusste Bürgerin und bewusster Bürger bin ich verantwortlich für mich selbst, für andere und für die Gesellschaft insgesamt.

 

…durch ein Wertesystem, das auf Gesetz und Versprechen der Pfadfinder und Pfadfinderinnen Österreichs aufbaut.

Unserer Bewegung liegt ein Wertesystem zugrunde, das definiert woran wir glauben und wofür wir stehen. Seine Prinzipien werden üblicherweise in drei Kategorien, den spirituellen, sozialen und persönlichen Prinzipien, zusammengefasst: Die Pflicht gegenüber Gott, die Pflicht gegenüber den anderen Menschen und die Pflicht gegenüber sich selbst. Für Kinder und Jugendliche sind unsere Werte in Versprechen und Gesetz formuliert, den Eckpfeilern der PfadfinderInnenmethode: Eine freiwillige, persönliche Verpflichtung, das Beste zu tun (unser Versprechen), an einem moralischen Verhaltenskodex festzuhalten (unserem Gesetz).

 

Wir helfen mit, eine bessere Welt zu schaffen…

Die Pfadfinder und Pfadfinderinnen wurden aus dem Wunsch unseres Gründers Lord Baden-Powell heraus geboren die Gesellschaft zu verbessern. Ein Ziel, das, wie er glaubte, nur durch Stärkung der einzelnen Individuen einer Gesellschaft erreicht werden könne. Tatsächlich betrachtete er „den Charakter der Bürger und Bürgerinnen eines Landes als dessen größte Stärke“. Der Zweck der Pfadfinder und Pfadfinderinnen – die Entwicklung junger Menschen zu fördern – ist deshalb auch in diesem breiten sozialen Kontext zu sehen: Zusammen mit anderen helfen wir mit, eine bessere Welt zu schaffen, indem wir jungen Menschen Möglichkeiten zur persönlichen Weiterentwicklung bieten.

 

…in der Menschen ihr Potenzial entfalten…

Wir bieten jungen Menschen Möglichkeiten zur selbstverantwortlichen Entfaltung ihrer Fähigkeiten. Wir leisten einen Beitrag zu ihrer ganzheitlichen Entwicklung in allen Dimensionen ihrer Persönlichkeit. Wir ermutigen sie als verantwortungsvolle Bürger und Bürgerinnen und durch aktives Mitgestalten in der Gemeinschaft „ihr Bestes zu tun“.

 

…und sich aus ihrem Glauben in der Gesellschaft engagieren.

Bildung beinhaltet die Entfaltung eines Bewusstseins und einer Verantwortung für andere, das Gefühl zu einer Gemeinschaft zu gehören und Teil ihrer Geschichte und ihrer Entwicklung zu sein. Das bedeutet, mit anderen leben zu lernen und ein aktives Mitglied in der eigenen lokalen, nationalen und internationalen Gemeinschaft zu sein. Die soziale Aufgabe unserer Bewegung ist im weitesten Sinne eine bessere Welt zu schaffen, in der jedes Individuum einen Beitrag zur zukünftigen Entwicklung der Gesellschaft leisten kann – Baden-Powell sagte dazu: „Versuche, diese Welt ein bisschen besser zurückzulassen, als du sie vorgefunden hast.“ Das tun wir, indem wir zur Entwicklung von jungen Menschen beitragen. „Sich aus dem eigenen Glauben zu engagieren“ erfordert eine bewusste Auseinandersetzung mit der eigenen Bereitschaft zum gesellschaftlichen Engagement – sei es aus dem eigenen religiösen Bekenntnis heraus oder aufgrund persönlicher innerer Überzeugungen.

 

Das erreichen wir, indem wir die PfadfinderInnenmethode anwenden, bei der jede und jeder Einzelne Verantwortung für die eigene Entwicklung zu einer engagierten, hilfsbereiten, selbstständigen und verantwortungsvollen Person übernimmt.

Die PfadfinderInnenmethode besteht aus sieben wesentlichen Elementen zur pädagogischen Umsetzung unseres Auftrags: Gesetz und Versprechen, Symbolischer Rahmen, Persönliche Weiterentwicklung, Learning by Doing, Teamsystem, Unterstützung durch Erwachsene und Lebensraum Natur. Sie sind zeitlose Fundamente unserer Pädagogik und sollen die Erreichung unseres Auftrags gewährleisten.

 

Eine Zusammenfassung steh euch als PDF oder Präsentation zum Download zu Verfügung.

 

Quelle: PPÖ – Pfadfinder und Pfadfinderinnen Österreichs